Einsparzählerprogramm

Allgemeines

Im Rahmen des NAPE (nationales Aktionsprogramm Energieeffizienz) wurde von der Bundesregierung BMWi ein interessantes Förderinstrument zur Energieeffizens"visualisierung" bereitgestellt.
Dem Antragsteller werden Fördermittel gewährt, die zur Hälfte auf Kostennachweis und die andere Hälfte auf die nachgewiesene Einsparung ausbezahlt werden. Aus unserer Sicht ist ein starkes Fördermittelinstrument entstanden, welches sowohl fördert, als auch fordert!

"ESZ-Projekt digitaler Heizraum"

Die EWUS GmbH installiert in jeder ausgewählten Heizzentrale ein Messystem und erfasst damit den Erdgas-, Wärme- und Stromverbrauch. Die Analyse dieser Daten ermöglicht die Auswertung der Kesseleffizienz und die Entwicklung von Hinweisen auf Einsparpotentiale in den betrachteten Heizungszentralen.

Im Rahmen eines Heizungs-Checks nach DIN 15378 werden weitere Maßnahmen z. B. im Bereich Kessel, Pumpen und hydraulischer Abgleich identifiziert.

Zur Optimierung des Betriebsstromverbrauchs der Heizungsanlage wird eine smarte und selbstlernende Software zur Erkennung der Signaturen der Stromverbrauch (Brenner, Pumpen, Heizkreise, etc.) eingesetzt.

Die erzielbaren Einsparungen betragen in der Regel 5 - 8 % ohne Investitionen in neue Anlagentechnik.

Technologie

Die Steigerung der Energieeffizienz hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Um die Ziele im Energiemanagement zu erfüllen, werden Komponenten aus dem Bereich der Datenerfassung, Datenvisualisierung und Datenauswertung benötigt. Dafür kommen bei uns die Tixi-Boxen und die EnEffco Software zum Einsatz. Durch die "Digitalisierung" von Heizungsanlagen (Aufnahme von Gas-, Wärme- und Stromzählerverbrauchsdaten in kurzen Intervallen) entsteht ein Monitoring der bestehenden Heizsysteme und Anlagenkomponenten.

Auf dieser Grundlage erstellen wir Hinweise zu Energieeinsparmaßnahmen insbesondere zur Effizienz-Potentialausschöpfung kleiner, mittlerer und großer Heizungsanlagen.

               

Messkonzept

Die Messwertaufnahme erfolgt bei den vorhandenen Gas-, Strom- oder Wärmemengenzählern. Gegebenenfalls werden auch die Vor- und Rücklauftemperaturen als Messwerte aufgenommen. Die Messdatenaufnahme erfolgt in kurzen Abtastraten (anfänglich 2 sec., später im Laufe des Projektes werden die Messzeiträume verlängert). Die Geräteerkennung aller angeschlossenen Stromverbraucher hinter dem Stromzähler wird durch die Analyse der fein aufgelösten Lastgänge durch entsprechende Algorithmen herbeigeführt. Dieser Vorgang wird als Disaggregation bezeichnet (NILM).

Datenvisualisierung

In sogenannten Dashboards werden aussagekräftige Grafiken zusammengestellt und auf drei verschiedenen Ebenen Informationen für bestimmte Zielgruppen zusammengestellt:

  • Einfache Übersicht Jahresverbräuche, Signaturen
  • Berechnete Größen Teil-Jahresnutzungsgrade
  • Detaillierte Auswertungen einzelner Messgrößen

Kennzahlen Basis

 

Kennzahlen BHKW

 

Effizienz Kessel

 

Temperatur Überwachung im Heizkreis

 

Überwachung Kessel

Expertensystem

Um für viele Anlagen die in diesen Anlagen befindlichen Anomalien "automatisch" zu detektieren, ist ein entsprechendes Expertensystem entwickelt worden. Hierbei liegt der Fokus auf kleine und mittelgroße Heizungsanlagen. Die kurzen Abtastraten liefern detaillierte Informationen über das Heizsystem. Bei der Übertragung von Einsparhinweisen sind selbstverständlich Größencluster gebildet, so dass sich "Einsparungen" je Cluster ergeben.

Benchmarking und Fehlerindikation

Auf Grund der Auswertungen und unseren Erfahrungen entstehen automatisierte Empfehlungen zur Effizienzsteigerung aus von uns eigen entwickelten Algorithmen. Diese Wissensgenerierung ergibt sich aus über 400 betreuten Anlagen und die Erkenntnisse lassen sich auf alle anderen Anlagen auch in großen Portfolios übertragen.

Gebäudeleittechnik (light)

Durch die Messung vieler einzelner Messgrößen ist es möglich, diese aktuellen Messergebnisse in einem Anlagenschema darzustellen und somit so etwas Ähnliches wie eine Gebäudeleittechnik (light) zu visualisieren.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell ist so gestaltet, dass das installierte Messsystem zunächst durch den Kunden bezahlt wird. Die Kosten für das Messsystem sind aber schnell durch zwei Komponenten, nämlich der Einsparung durch Ausführung der Hinweise und durch die Vergütung der eingesparten kWh amortisiert.

 

Multiple Benefit

Durch Energieeffizienzmaßnahmen werden oftmals andere verbessernde Maßnahmen (Multiple Benefits) "by the way" mitgenommen und realisiert:

  • Energieeinsparen und gleichzeitig finanziell profitieren
  • Entlastung der technischen Betriebsführung
  • Schnelle und unkomplizierte Fehlererkennung (automatisierte Diagnose)
  • Informationen zur Verbrauchsentwicklung im Zeitverlauf bzw. Vergleich mit anderen betriebseigenen (Heiz-)zentralen
  • Visualisierung der "Heizungsanlage"
  • Langfristiger Mehrwert auch im Jahr 6, 7, 8, 9
  • Messwerterfassung für Portfolios nach dem Prinzip 25/100
  • Stichtagsgenaue Ablesung
  • Unterjährige Überwachung (Störmeldungen)
  • Verifizierung von eingeleiteten Maßnahmen

Ergebnisse (Beispiele)

Die bisherigen Ergebnisse sind sehr vielversprechend. Sie reichen von sehr einfachen und leicht erkennbaren Maßnahmen bis hin zu Maßnahmen, die ggf. mit einer entsprechenden Investition verknüpft sind, um die prognostizierten Einsparnisse zu "heben".

 

  • Durchlauf der Pumpe
  • Takten der Vorlauftemperatur

150 kW Gasanlage in Süddeutschland

  • Guter Nutzungsgrag
  • Übertragung der Ergebnisse auf andere Anlagen